Facebook-Algorithmus-Update: Um Benutzern eine bessere User-Erfahrung zu ermöglichen, wird der Facebook-Algorithmus stets weiterentwickelt. Das letzte Update hat einige entscheidende Anpassungen mit sich gebracht. Erfahren Sie hier, was sich genau verändert hat und wie sie als Marke oder Marketer weiterhin erfolgreich sein können!

Der neue Facebook-Algorithmus: Wie er funktioniert und wie Sie ihn erfolgreich nutzen

Social-Media

Um Benutzern eine bessere User-Erfahrung zu ermöglichen, wird der Facebook-Algorithmus stets weiterentwickelt. Doch kaum ein bisheriges Update des Algorithmus hat so hitzige Diskussionen ausgelöst, wie das Letzte.

Denn dieses soll von nun an die Priorisierung von für den User persönlich wichtigeren Posts (v.a. von Familie und Freunden) begünstigen. Von Neugier bis Sorge - die Neuerung löste bei Betroffenen gemischte Gefühle aus. Insbesondere Marken, Publisher und Facebook-Seiten-Manager nahmen eine eher kritische Haltung ein und fürchteten um die Reichweite ihrer Posts.

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie der Facebook-Algorithmus funktioniert und was Marketer wie auch Marken tun können, um das Update erfolgreich zu nutzen.

So funktioniert der neue Facebook-Algorithmus

Beim Aufruf des Facebook-News-Feeds können dem Nutzer x-beliebig Beiträge angezeigt werden. Aus diesem Grund existiert ein ausgeklügelter Algorithmus, der diese Beiträge im Interesse des jeweiligen Nutzers ordnet. So zumindest, lautet die theoretische Grundlage des Algorithmus den Facebook in vier relativ simple Komponenten unterteilt:

  • Inventar (verfügbare Inhalte)
  • Signale (Überlegungen bzgl. des Inhalts)
  • Vorhersagen (Überlegungen bzgl. der Person)
  • Gesamtpunktzahl

Diese vier Schlüsselpunkte dienen ausschliesslich dazu, den Facebook Nutzern eine bessere Gesamterfahrung zu bieten. Zudem dienen sie Marketingexperten als grosse Hilfestellung, um zu gewährleisten, dass deren Content von möglichst vielen Nutzern im Feed gesehen wird.

Während dafür zuvor alle Arten von Signalen (wie u.a. der informative Mehrwert des Posts, über Messenger geteilte Links, Zeitpunkt des Posts, etc.) verwendet wurden, setzt der Algorithmus nun auf Signale, die aktive Interaktionen in Form von Kommentaren und geteilten Inhalten fördern.

Ein Grund dafür, dass Facebook Posts von Familien und Freunden gegenüber öffentlichen Inhalten von Seiten priorisiert werden, ist die höhere Gewichtung der vermeintlich persönlichen Verbindung.

Facebook geht davon aus, dass diese wertvoller ist als die Verbindung von einer Person zur Seite. Anders gesagt basiert die Annahme somit darauf, dass Inhalte von Familie und Freunden mehr zum "aktiven" Engagement seitens ¨der Nutzer beitragen.

Alaura Weaver, eine Content Marketing Expertin, äusserte sich in einem ihrer Artikeln folgendermassen: "Anstatt sich darauf zu konzentrieren, was Inhalte populär macht und die Aufmerksamkeit von Usern erregt, müssen wir uns darauf fokussieren, was Inhalte persönlich und genügend interessant für eine Interaktion macht."

Ein umfassendes Verständnis gegenüber den Ranking-Faktoren im Facebook-Algorithmus ist entscheidend, um geeignete Inhalte zu erstellen.

Top-Ranking-Faktoren im Facebook-Algorithmus

Schauen wir uns die verschiedenen Arten von Inhalten, die von Facebook innerhalb des News-Feeds bevorzugt werden, erstmal an. Dabei fällt auf, dass es grundsätzlich, zwischen "aktiven" und "passiven" Interaktionen zu unterscheiden gilt.

Aktive Interaktionen definieren sich über ein User-Verhalten wie dem Teilen sowie Kommentieren von Posts und Reaktionen wie bspw. Likes. All diese "aktiven" Aktionen, werden viel höher gewichtet als die gegengesetzten "passiven" Interaktionen, zu denen bspw. das Klicken bzw. Anzeigen von Posts zählt. Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf jede Art von aktiven Interaktionen werfen.

1. Kommentieren

Kommentare führen die Liste der ausschlaggebendsten Signale des neuen Facebook-Algorithmus im Jahr 2018 klar an.

Im Januar schrieb Adam Mosseri, Head of News Feed, in einer Pressemitteilung: "Posts, die Unterhaltungen zwischen Personen generieren, werden im Feed höher angezeigt. Live-Videos führen bspw. oft zu Diskussionen unter den Zuschauern - tatsächlich erreichen Live-Videos durchschnittlich sechs Mal so viele Interaktionen wie herkömmliche Videos."

Es ist wichtig festzuhalten, dass solche sogenannten "Interaktions-Köder", die Leute zwar dazu bringen Kommentare abzugeben, tatsächlich jedoch zu einer Herabstufung der betroffenen Beiträge im News-Feed führen.

2. Teilen von Inhalten

Das Teilen von Inhalten folgt in Sachen Algorithmus-Relevanz direkt hinter den Kommentaren. Diesbezüglich verhält es sich so, dass zwei unterschiedliche Arten von Signalen zum Teilen eines Inhalts führen können.

  • Das Teilen von Links oder Inhalte über den Messenger resp. das eigene Profil
  • Interaktion mit einem Post, der von einem Freund geteilt wurde

Daraus lässt sich schliessen, dass Facebook grossen Wert auf Beiträge legt, die öffentlich und privat geteilt werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass ein alleiniges "Sharing" eines Beitrags nicht mehr ausreicht.

Damit ein Post von Facebook bevorzugt wird, muss dieser zusätzlich eine Diskussion unter den Usern hervorrufen. Wenn ich dementsprechend einen Beitrag von meiner eignen Facebook-Seite teile und meine Freunde meinen Beitrag im Feed kommentieren, wird dieser Beitrag auch anderen Personen angezeigt. Auf diese Weise vergrössert sich die Reichweite des betroffenen Posts. Wenn ich jedoch einen Beitrag teile und dieser keine Kommentare (oder Reaktionen) von meinen "Freunden" erhält, wird der Post im News-Feed zurückgestuft.

3. Reaktionen

Das dritte Hauptsignal, das Facebook in seinen Algorithmus miteinfliessen lässt, bilden von Reaktionen. Auch wenn diese über keinen so grossen Effekt wie Kommentare oder Shares verfügen, zählen Reaktionen gleichwohl zu einer Form des "aktiven Engagements".

Die Erwartungshaltung, dass sämtliche Beiträge geteilt oder kommentiert werden, ist natürlich weder realistisch noch gerechtfertigt. Infolgedessen sind Reaktionen eine gute Alternative, die Qualität eines Inhalts zu bewerten.

Mark Zuckerberg meinte in einem aktuellen Facebook-Post dazu: "Forschungen zeigen, dass die Nutzung von sozialen Medien, um mit uns wichtigen Menschen in Kontakt zu treten, ein Wohlbefinden auslöst. Es hilft Usern dabei, sich verbundener sowie weniger einsam zu fühlen und das korreliert mit längerfristigem Glück und Gesundheit. Auf der anderen Seite, kann das passives Lesen von Artikeln oder Anschauen von Videos - auch wenn sie unterhaltsam oder informativ sind – eine weniger gute Auswirkung haben."

Welche Marken können auf Facebook erfolgreich sein?

Als Marke muss man sich auf Interaktionen mit Nutzern, die von einem gewissen Mehrwert sind, fokussieren. Doch wie tragen wir zu solchen "sinnvollen" Interaktionen bei? So funktioniert's:

1. Konzentriere Sie sich auf Inhalte, die Menschen verbinden

Sich auf Inhalte zu konzentrieren, die Menschen in Form von sinnvollen Interaktionen miteinander verbinden, kann Ihrer aktuellen Facebook-Strategie bereits ähneln. Trotz allem stellt diese Massnahme einen erheblichen Wandel dar, der den bisherigen Content revolutioniert. Anstatt Inhalte für Ihre Marke zu erstellen, gilt es somit Inhalte für die Nutzer zu erstellen. Im Idealfall sollen solche Inhalte Emotionen auslösen, die zu einem Kommentar oder einer sonstigen Aktion führen.

Um Inhalte für Menschen zu erstellen, müssen Sie Ihr individuelles Publikum auf einer tieferen Ebene verstehen:

  • Welche Herausforderungen stellt Ihr Publikum dar?
  • Was sind die Motivationen Ihres Publikums?
  • Mit welcher Art von Inhalt interagiert Ihr Publikum?
  • Wofür interessiert sich Ihr Publikum?

Sich über diese Umstände im Klaren zu sein, hilft dabei, sämtlichen produzierten Inhalt auf die für uns relevanten Nutzer auszurichten. Denn jeder Inhalt, den wir mit Facebook teilen, dient einem bestimmten Zweck: Emotionen in unserer Zielgruppe zu entfachen, so dass sie sich dazu animiert fühlen, die Inhalte zu kommentieren oder zu teilen.

2. Posten Sie Inhalte, die Interaktionen von einem Mehrwert erzeugen

Es existieren einige Arten von Inhalten, die sinnvolle Interaktionen zwischen Benutzern auslösen. Dazu gehören bspw. auch Beiträge in Form von Videos, welche einen starken Einfluss auf Ihren Facebook-Erfolg haben können. Spezialisten auf dem Social Media-Gebiet machen sich diese Tatsache bereits zu Nutzen.

So äusserte sich Adam Mosseri im Rahmen des aktuellen Facebook News Feed Updates: "Viele YouTuber, die Videos auf Facebook posten, regen Diskussionen unter ihren Followern an, ebenso wie Posts von Prominenten." Tatsächlich schneiden produzierte Videos im Hinblick auf das Engagement von Usern inzwischen besser ab als Links und Bilder.

3. Sprechen Sie Nischen-Communities über Facebook-Gruppen an

Mehr als eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt nutzen Facebook-Gruppen. Und mehr als 100 Millionen Menschen sehen Gruppen als wichtigste Komponente bei der Nutzung von Facebook. Denn Gruppen bilden eine ideale Möglichkeit, um eine aktive und engagierte Community rund um individuelle Themen und Anliegen aufzubauen, die den dazugehörigen Mitgliedern wichtig sind. Ob Social Media Marketing, Reisen, Mode oder ein anderes Interessengebiet - es existiert eine Vielzahl von Menschen, die darauf warten, sich mit Gleichgesinnten in Verbindung zu setzen.

Das wahre Geheimnis von Facebook-Gruppen ist jedoch die Tatsache, dass diese Unterhaltungen unter den jeweiligen Mitgliedern verursachen und Menschen aus der ganzen Welt miteinander verbinden. Das ist auch der Grund dafür, wieso wir in den letzten Jahren eine derart extreme Zunahme an Gruppen- und Messaging-Apps erlebt haben. Hinsichtlich des News-Feeds, bieten solche Apps ihren Usern eine eher private und persönliche Möglichkeit, ihre Gedanken, Ideen und Meinungen auszutauschen.

Merken Sie sich: Indem Sie eine Facebook-Gruppe für Ihre Community erstellen, schaffen Sie einen offenen Bereich, in dem Personen zusammenfinden können.

Jetzt sind Sie dran!

Ich bin davon überzeugt, dass die jüngsten Änderungen im Hinblick auf den Facebook-Algorithmus auf längere Sicht, sowohl für Nutzer als auch für Marken von Vorteil sind. Der optimale Zeitpunkt, um Ihre Facebook-Strategie zu vertiefen und daran zu arbeiten ist nun gekommen. Behalten Sie dabei die fundamentalen Schlüsselfaktoren im Hinterkopf: Inhalte von einem gewissen Mehrwert und die Entwicklung einer engagierten Community. Mit etwas Zeit und Geduld, werden sie auf diese Weise längerfristige Erfolge feiern.